Unsere große Reise. 09.-17.07.25 / 1. Teil Stephies Horror-Woche
- Stephie

- 30. Juli 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Sept. 2025

Die 10 Tage bis zum 17.07. waren für mich bisher die schlimmsten Touren. Die Strecken waren sehr anstrengend und nicht wirklich schön. und wenn sie schön waren konnte man das nicht genießen da man sich zu sehr auf´s fahren konzentrieren musste. Bei den Campingplätzen war der Unterschied riesig. Wir waren auf einem sehr schönen Platz der uns (mit kleinen Abstrichen) sehr gut gefallen hat und auf unserem bisher schlimmsten Platz. Auch beim Essen war diese Woche sehr gemischt und das Wetter zum Teil echt anstrengend.
Aber eins nach dem Anderen.
Die Strecken bis Royan waren alle mehr oder weniger anstrengend. Entweder Buckelpiste (wobei es dabei egal ist ob Schotter-, Waldweg oder normale Straße) oder es geht immer rauf und runter (keine langen Anstiege aber dafür umso steiler) und beim runterfahren muss man ständig bremsen (wegen Schotter, Buckelpisten, hohen Bürgersteigen oder engen Kurven am Schluss) oder es geht neben den großen „Bundesstraßen“ entlang (dunkler Asphalt, Abgase und Lärm) ODER eine Kombination davon. Zu einem großen Teil auch noch ohne Schatten und ohne ein Lüftchen, also stickig. Zwischendurch gab es allerdings auch schöne Abschnitte und den ein oder anderen netten Platz zum ausruhen haben wir auch gefunden.
Zugegeben die Fahrt zur Ile de Re war ganz gut, weil nicht so heiß und viel Bergab aber dafür mit Gegenwind. Der Gegenwind brachte aber zum Glück eine frische Briese.

Das schlimmste für mich aber waren zwei Brücken über die wir rüber mussten.
Bei der „Meerbrücke“ zur Ile de Re hatte ich mich im Vorfeld gefreut weil ich die Vorstellung toll fand über´s Meer zu fahren. Die Brücke ist 3 km lang und an ihrer höchsten Stelle 42 m hoch! 😳 Ich habe seit ein paar Jahren mit Höhenangst zu kämpfen (das kannte ich früher nicht). Mir wird tatsächlich etwas schwindelig und das sorgt dann für die Angst runter zu fallen. Eigentlich dachte ich das wäre nicht so wild aber bei der ersten Fahrt über die Ile de Re - Brücke hat mein Körper total panisch reagiert. Meine Muskeln verkrampften, ich konnte gar nix mehr denken sondern habe nur noch funktioniert und als wir dann endlich auf der anderen Seite waren bin ich vor lauter gelöster Anspannung in Tränen ausgebrochen.
Ich muss dazu sagen dass das

Geländer an dem man entlang fährt nicht sehr hoch, der Fahrradweg gerade breit genug für unsere Fahrräder und die Gegenspur auf derselben Seite ist.
Die entgegenkommenden Fahrradfahrer rasen also wenn man rauf fährt mit einem Affentempo an einem vorbei. Wobei einige nicht so dolle Fahrer sind und/oder die Breite ihrer eigenen Räder nicht richtig abschätzen können. Ich habe die ganze Zeit stur auf den Weg und möglichst nicht runter geschaut und bin jedes mal zusammengezuckt wenn ich aus Platzmangel noch weiter an das Geländer fahren musste. Am nächsten Tag sind wir dann ohne Gepäck nach La Rochelle gefahren. Diesmal auf der Innenseite zur Straße hin. Das war nicht ganz so schlimm für mich, aber genießen konnte ich die Aussicht trotzdem nicht. Und Abends zurück war´s wieder nur furchtbar. Wir wollten dann bei der nächsten Weiterfahrt die Fähre nehmen aber das hat nicht geklappt und Bernhard hat dann vorgeschlagen den Fußgängerweg auf der anderen Seite der Brücke zu nehmen und die Räder die 3 km zu schieben. Da nur sehr Wenige über die Brücke laufen war die Seite fast leer und ich hatte genug Platz um auch mal stehen zu bleiben und den Blick übers Meer zu riskieren. Atemberaubend 🤩
Aber auch wenn ich natürlich froh bin das geschafft zu haben möchte ich nie wieder in meinem Leben so etwas erleben.
Leider ging’s tatsächlich noch schlimmer 😩
Auf der Tour am letzten Tag dieser Woche mussten wir nochmals eine ganz üble Brücke überqueren ansonsten hätten wir einen Umweg von mindestens 10 km machen müssen.

Da wir aber sowieso in jedem Fall eine längere Strecke vor uns hatten musste ich also

über die Brücke. Diese war zwar nicht ganz so hoch und lang wie die „Ile de Re-Brücke“ aber dafür echt gefährlich mit unserem Gepäck. Da diese zu einer Schnellstraße gehört fahren die Autos und LKWs hier mit sehr hoher Geschwindigkeit.

Neben der Fahrbahn waren kleine Erhebungen die nicht mal die höhe eines Bürgersteiges hatten dann kam der Fahrradweg der ca. 1 m breit war (mein Lenker misst schon 70 cm) und dann zwischen Fahrradweg und Geländer ein sehr hoher Bürgersteig.
Ich bekam sofart Panik und es war klar dass ich schieben würde. Aber der Fahradweg war zu schmal für mich und das Fahrrad. Also sind wir auf die linke Seite rüber und so konnte ich auf dem Bürgersteig laufen und das Fahrrad auf dem Fahrradweg schieben. Das alles sorget dafür, dass ich bei jedem LKW der an uns vorbei raste zusammenzuckte und sich meine Panik immer mehr steigerte. Es waren, bis wir am Scheitelpunkt der Brücke waren, keine anderen Radfahrer unterwegs. Aber als wir auf dem höchsten Punkt der Brücke waren kamen uns direkt mehrere entgegen und ein anderes Paar sogar mit Gepäck. Da waren wir echt im Weg und und ich musste stehenbleiben. Mir sind vor lauter Angst um uns und die anderen Radler die Tränen gekommen und ich habe am ganzen Körper gezittert.
Danach war ich erst mal so erschöpft, dass ich dachte ich könnte keinen Meter mehr weiter fahren.
Ich hoffe inständig dass wir auf unserer Reise nicht noch so eine Brücke passieren müssen. Ich habe noch nie in meinem Leben so etwas erlebt (zumindest nicht dass ich wüsste).
Wir mussten auf dem Weg nach La Rochelle eine Bucht sehr weiträumig umfahren und sind so auf einem wunderbaren, kleinen Campingplatz ein wenig abseits des Meeres gestoßen. Camping Le Verger liegt auf der Euro-Velo 1 - Route. Das ist einer der Gründe
warum dieser Platz eine Zeltwiese für Fahrradfahrer hat. Diese hat an einigen Stellen auch Strom und viele Schatten spendende Obstbäume. Von diesen darf man sich auch gerne den ein oder anderen Snack pflücken. Da gibt´s Feigen, Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen, Birnen, Kirschen und Quitten in den unterschiedlichsten Baumgrößen und Reifegraden der Früchte. Es gibt sehr saubere Sanitäre Anlagen. Eine ist relativ neu und bietet zwei sehr geräumige Duschen, Waschbecken plus Spiegel und so viel Platz dass nix nass wird. Leider ohne heiß/kalt Regler. Jeden Abend kommt ein Foodtruck mit täglich unterschiedlichen Lekereien. Es gibt eine kleine Bar und einen Pavillon mit Tischen und Stühlen.
Und das ganze zu einem echt guten Preis in der Hauptsaison. Leider ist das online als kostenfrei ausgegebene W-LAN nur an einer Stelle mit alten Bänken und Tischen unter
Bäumen verfügbar. Wer W-LAN am Platz will, muss extra bezahlen.
Der Gegensatz dazu war der Platz Camping Bel Air Village auf der Insel Ile de Re.
Die Sanitären Anlagen waren zum Teil in sehr schlechtem Zustand und alles andere als sauber. Die Plätze zwar zwar schattig aber ungepflegt und buckelig. Auch das Ungeziefer, vor allem kleine Kakerlaken und Ameisen in Massen hatten wir noch Tage später im Gepäck. Es gibt keine Hundewiese so dass die Besitzer mit ihren Tieren auf dem Platz Gassi gehen und alles liegen lassen wo es „hinfällt“. Das Ganze ist dann wegen der Lage am Anfang der Insel auch noch sehr teuer.
Der einzige Lichtblick war eine tolle, kleine Patisserie hinter dem Campingplatz. Tolle Auswahl an Süßem und Deftigem und echt total lecker. Auch hatten wir hier einen super Blick auf das Feuerwerk zum 14. Juli.


Aber vorher waren wir noch am Naturistenstrand sonnenbaden ☀️
Die ersten 1000 km sind geschafft. 😃 Am zweite Tag auf der Insel haben wir eine Tagestour nach La Rochelle gemacht und hatten dann am Abned unsere ersten 1000 km voll. Die Stadt ist traumhaft mit einem sehr alten Hafen und einer schönen Innenstadt. Es war sehr voll wegen einem Festival zum Feiertag aber es gab auch einen echt schönen Kunst- und Handwerkermarkt. Und Abends gabs Wraps und Kuchen von o.g. Patisserie.
Morgens am zweiten Tag erst mal ultra leckere, klebrige, buttrige Brioch besorgt, dann eine Rundtour um die untere Hälfte der Insel gemacht. Die Insel ist traumhaft und die Radstrecken gut fahrbar und landschaftlich wechselhaft. Leider auch hier zu viele Touristen vor allem mit dem E-Bike. Auf der einen Seite geht es immer am Meer entlang aber auf der anderen Seite fährt man mehr im Innern dann. zwar mit weniger Lüftchen aber mit mehr Schatten. Und ohne Gepäck waren die 36 km ein Kinderspiel 😁


























































































Ich kenne das mit der Höhenangst, es ist sowas von übel. Auf Brücken hatte ich es noch nicht. Ich fühle mit dir und bin froh, dass du es heile überstanden hast